Normalisierung

Nach drei weiteren Forschungsjahren entwickelten wir auf der Grundlage der aus den Studien gewonnenen Informationen natürlich einen PRAKTISCHEN ANSATZ, ein Programm für die Normalisierung von viszeralen Störungen, das auf unseren Schlussfolgerungen basiert.

Wir haben einen manuellen Test entwickelt, der es ermöglicht, die zu behandelnden Ebenen zu lokalisieren :

Der Faszieniduktionstest (siehe Fotos) besteht darin eine globale Verschiebung der Faszien in der zu testenden viszeralen Zone auszuführen und dabei zu versuchen den Zustand der Gewebe wahrzunehmen. Gewebe im Normalzustand ist weich und reagiert auf die Dehnung mit einer Art elastischem Zurückfedern („Rebound“).

Die Faszieninduktion basiert auf 2 Parametern :

1. Festigkeit des Gewebes (verdicktes Gewebe)

2. Elastizität des Gewebes (kein elastischer «Rebound»)

die eine Diagnose ermöglichen :

A. Die Fazilitation der viszeralen Zone in Richtung in die Inspiration oder Exspiration. Der Name der Läsion wird durch die Richtung bestimmt, in die die Gewebe sich frei bewegen.

B. Die Fixation der viszeralen Zone (gar keine Bewegung).

Die Tests, die zu Beginn der Behandlung durchgeführt werden, ermöglichen es die zu behandelnde viszerale Zone zu bestimmen. Nach der manuellen Normalisierung kann mittels der Tests die Wirkung der Normalisierung überprüft und festgestellt werden, ob die normale und dynamische Gewebsqualität wieder hergestellt werden konnte.

Die viszeralen osteopathischen Normalisierungen haben das Ziel durch manuelle Techniken jegliche Spannungen, die die Dynamik der Viszera und des Zwerchfells beeinträchtigen, zu beseitigen und die Elastizität der Gewebe der Organe und Faszien wiederherzustellen, um so die Homeostase aufrechtzuerhalten (wobei diese Art der Behandlung bei jeden Fall in einen ganzheitlichen Ansatz integriert wird).

Die Normalisierungen können nicht nur auf viszeraler Ebene entscheidend sein (Behandlung von Verdauungsproblemen, Obstipation, Kolitis, …), sondern auch in einem globaleren Rahmen (Behandlung von Lumbalgien, HWS-Problemen, Kopfschmerzen, …).

Beispiele für Normalisierungen (Photos und Videos)

Wichtige Anmerkung :

Aus unserer Sicht geht es nicht darum mit den diagnostischen Tests und bei der viszeralen Normalisierung ganz genau das betroffene Organ zu lokalisieren. Wir glauben, dass der behandelnde Osteopath – ganz gleich wie gut oder begabt er auch ist – nicht so tun kann als ob er verlässlich die genaue Position eines Organs, das in Form und Lokalisation beträchtlich variieren kann, durch all die Strukturen des Abdomens, in die das Organ eingebettet ist, nämlich durch die Muskeln und Faszien, hindurch, bestimmen kann. Unter diesen Umständen sprechen wir lieber von «Tests und Normalisierungen der viszeralen Zonen», die mutmaßlich im Lot über dem betroffenen Organ liegen. Es wird angenommen, dass diese viszero-fasziele «Zone» sich verfestigt und ihre Elastizität verliert, wenn eine osteopathische Dysfunktion des Organs vorhanden ist.

Der Begriff Zone lässt übrigens auch anklingen, dass es unserer Meinung nach unmöglich ist, genau und zuverlässig die primäre Ursache einer wie auch immer gearteten Dysfunktion zu bestimmen. Tatsächlich beeinflussen die viszeralen, Zwerchfell-bezogenen, thorakalen, vertebralen, kranialen etc. Phänomenen sich gegenseitig so stark und sind derartig ineinander verschränkt, dass wenn man wirklich die primäre Ursache entdecken wollte, man wirklich ALLES von seinem Patienten wissen müsste – was aber unmöglich ist. Der Osteopath kann seinen Patienten nur «hier und jetzt» kennen, auch wenn er versucht ihn so global wie möglich zu erfassen.